Pausengestaltung im Lernprozess

Du bist gerade dabei Dich auf eine Prüfung wie den Psychologie Aufnahmetest in Österreich vorzubereiten oder hast das bald vor? Du möchtest Dich möglichst effektiv vorbereiten und nachhaltig lernen? Das ist auch sinnvoll, denn die Lerninhalte werden Dir auch im Psychologiestudium erneut begegnen. In diesem Artikel geht es um die richtige Pausengestaltung, die Dir dabei hilft, Dich optimal und nachhaltig vorzubereiten. Folgende Inhalte werden dabei behandelt:

Auf den ersten Blick wirkt es fast ein bisschen kontraproduktiv: Du möchtest Deinen Lernerfolg steigern? Dann mache mehr Pausen! Naja gut, ganz so einfach ist es natürlich nicht – sinnvoll gestaltete Pausen können niemals konzentriertes und strukturiertes Lernen ersetzen, sie spielen aber trotzdem eine bedeutende Rolle im Lernprozess. Die meisten Leute machen entweder zu wenige oder zu viele Pausen. Darüber hinaus werden diese selten regenerierend und lernfördernd genug gestaltet. In diesem Artikel erfährst Du wieso Lernpausen so bedeutend sind und was es bei ihrer Gestaltung zu beachten gibt.

Notwendigkeit und Vorteile von Pausen

Du machst lieber keine Pausen damit Du mit dem Lernen früher fertig bist? Wieso möchtest Du eigentlich weniger Zeit damit verbringen, macht es Dir keinen Spaß Dich auf den Psychologie Aufnahmetest vorzubereiten? Interessieren Dich psychologische Inhalte nicht? Wieso sind Pausen beim Lernen so wichtig?

  • Erhöhte Konzentrationsspanne und Erholung: Pausen sind ein fast genauso wichtiger Teil des Lernprozesses wie die Lernzeit an sich. Konzentration ist eine leicht erschöpfliche Ressource und Lernen belastet den Körper sehr, auch wenn das meist erst mittelfristig sichtbar wird. Deswegen gilt: Qualität vor Quantität! Es ist deutlich besser ein paar Stunden mit hoher Konzentration zu Lernen als den ganzen Tag „durchzubüffeln“. Pausen bieten die Möglichkeit seine geistige Kraft zu regenerieren und mit neuer Energie wieder in die Aufgabe einzusteigen.
  • Verbesserte Festigung von Gedächtnisinhalten (Konsolidierungszeit): Im Lernprozess ist unser Gehirn gezwungen große Mengen neuer Informationen abzuspeichern und zu vernetzen. Dabei müssen ganze Nervenbahnen neu verbunden oder geschaffen werden, was nicht nur Energie, sondern auch Zeit benötigt. Durch Pausen gibst Du Deinem Gehirn die Zeit zu wachsen und das Gelernte tiefer zu verarbeiten.
  • Motivationswiederaufnahme: Pausen sind eine tolle Gelegenheit Dir erneut Deiner Motivation hinter der Aufgabe bewusst zu werden, beziehungsweise diese zu steigern. Du steigst also nach einer Pause nicht nur körperlich erholt, sondern auch mit neuer Motivation wieder ein.
  • Ausnutzen von Primacy- und Recency-Effekten: Durch strategische Pausensetzung im Lernprozess nutzt Du die psychologischen Phänomene des Primacy- und Recency- Effektes aus. In einer langen Serie wahrgenommener Informationen kannst Du Dich stets am besten an den Anfang und das Ende erinnern. Gut merken, das ist auch für den Psychologie Aufnahmetest relevant!

Wie effektiv eine Pause wirklich ist, steht und fällt mit der Art Deiner Pausengestaltung. Hier sind einige psychologische Prinzipien, auf die Du unbedingt achten solltest:

  • Abschalten: Eine Pause ist keine Pause wenn Dir das Thema der Aufgabe dabei immer noch im Kopf herumgeht! Lerne während Deiner Pause abzuschalten und in Gedanken vom Stoff abzulassen.
  • Genuss: Mache es Dir zur Gewohnheit aktiv die positiven Effekte des Pausen-machens wertzuschätzen und versuche es zu genießen. (So beugst Du auch eventuell auftretenden Schuldgefühlen wegen des „Nichts-machens“ vor).
  • Keine Reizüberflutung: Leider sind viele der typischen Pausenaktivitäten denen Studenten oder Schüler nachgehen ganz und gar unpassend um eine adäquate Erholung zu ermöglichen. YouTube, Facebook, Instagram und Co. überfluten Dich mit Reizen, die Dein Gehirn mehr überfordern als entspannen. Versuche also in Zukunft zumindest während Deiner Lernpause darauf zu verzichten.
  • Ortswechsel: Den Raum zu wechseln, mal an die frische Luft zu gehen und ähnliches hilft Dir besser und auf Dauer auch schneller, abzuschalten.
Lernpausen-Bewegung-Wald-Mymorize

Photo by Cristina Gottardi on Unsplash

Körperliche Prinzipien für die Pausengestaltung

Bewegung: Körperliche Betätigung während der Pause bringt Dich in Schwung und versorgt Dich mit neuer mentaler Energie. Außerdem beugt es möglichen Verspannungen und Kopfschmerzen vor, die durch dauerndes sitzen am Schreibtisch entstehen können.

Trinken: Trinken ist generell wichtig – aber besonders in Lernphasen fällt es Studenten und Schülern nicht immer ganz leicht genug Wasser aufzunehmen. Dehydration führt zu Konzentrationsschwäche und Kopfschmerzen, welche sich leicht vermeiden lassen würden. Wieso stellst Du Dir nicht einfach eine große Flasche Wasser auf den Schreibtisch?

Atmung: Wenn Du während einer Pause dringend Entspannung brauchst, kannst Du versuchen einfach mal bewusst deinen Atem wahrzunehmen und zu spüren. Hier ist eine tolle Meditationsübung, die auch in der Psychotherapie häufig angewandt wird: Stelle Dir einen Wecker auf 5 – 30 Minuten, je nachdem mit was du Dich wohl fühlst, lieber klein anfangen und Dich mit der Zeit steigern. Schließe die Augen… Atme, spüre wie die Luft durch Deinen Körper strömt… Gedanken kommen und können auch gehen, so auch Emotionen… Falls sie nicht gehen wollen und Dich ablenken, lenke deine Aufmerksamkeit sanft wieder auf deinen Atem zurück…Wenn das noch nicht klappt, sprich mit Deiner inneren Stimme im Atemrhythmus mit: „ein und aus“… oder zähle einfach deine Atemzüge von 1 bis 10 mit und fange dann wieder bei 1 an. Den Atem auf diese Weise mitzuverfolgen ist übrigens auch ein großartiges Mittel, wenn Du vor oder im Aufnahmetest mit Angst und Nervosität zu kämpfen hast.

Lernpausen-Psychologie-Aufnahmetest-Mymorize

Photo by Eli DeFaria on Unsplash

Entlastung der Augen: Die ganzen Displays, Papiere und Bücher, die Du beim Lernen regelrecht anstarrst, sind auf Dauer sehr anstrengend für die Augen. Um dem entgegen zu wirken, kannst Du in deiner Pause die Augen schließen oder zumindest deren Fokusdistanz wechseln. Übrigens ein weiterer Grund wieso YouTube, Instagram und Co nicht besonders geeignet sind – Die Distanz deiner Augen zum Fokusobjekt bleibt die gleiche wie beim Lernen.

Power-Napping: Die wohl effektivste Art der Lernpause ist ganz einfach Schlaf. Untertags bietet sich ein 20-minütiger Power-Nap an. Bis die Gewohnheit gefestigt ist, ist es schwierig innerhalb der 20 Minuten überhaupt ganz zur Ruhe zu kommen. Trotzdem ist es in dieser Phase wichtig konsequent mit dem Wecker aufzustehen.

Arten von Pausen

Es gibt 4 verschiedene Arten von Pausen die Du in Erwägung ziehen kannst:

  • Speicherpausen: Ein halb-minütiges innehalten nach jedem Sinnabschnitt oder nach einer Ansammlung wichtiger Informationen im Lernstoff, zum Beispiel einer Liste von Jahresdaten oder einem psychologisches Modell.
  • Themenpausen: Bei einem Themenwechsel im Lernstoff ist es sinnvoll eine Pausen von ein paar Minuten einzulegen damit sich Dein Gehirn auf den Wechsel einstellen kann.
  • Erholungspausen: Die bedeutendste Art der Lernpause. Diese legst Du alle 25 bis 90 Minuten ein, abhängig von Deinem persönlichen Lernstil. Probiere ruhig ein wenig aus, welcher Zeitraum Dir am meisten zusagt und nimm Dir je nach Frequenz 5 bis 20 Minuten frei.
  • Konsolidierungspausen: Spätestens nach 4 Stunden Lernen ist eine lange Pause angebracht, welche genug Zeit bietet um Deinen Hobbies nachzugehen oder Freunde zu treffen.

Reflexion und Praxisübung

An diesem Punkt möchte ich Dich dazu ermutigen deinen bisherigen Lernprozess zu reflektieren. Mache Dir Gedanken wie genau Du diesen mit den hier vorliegenden Tipps bereichern kannst.

Oft hat man so viele gute Möglichkeiten seine Pause zu gestalten, dass man diese gar nicht einzeln wahrnimmt und so auf alte, weniger funktionale Gewohnheiten (wie zum Beispiel im Internet surfen oder Fernsehschauen) zurückfällt. Eine Übung, die Dir sehr gut helfen kann, diesem Phänomen entgegenzuwirken, ist folgende: Schreibe Dir eine Liste möglichst vieler Pausenaktivitäten, die Dir zum einen Spaß machen und gleichzeitig auch den in diesem Artikel beschriebenen Richtlinien für Pausengestaltung entsprechen. Unterteile die Aktivitäten dabei in verschiedene Kategorien, die Dir sinnvoll erscheinen, beispielsweise Kurz – Lang – Alleine – Mit Anderen und hänge die Liste an einem gut sichtbaren Platz auf. Immer wenn Du nicht so richtig weißt wie Du Deine Pause nutzen sollst, hast Du viele tolle Möglichkeiten für jede Situation auf einen Blick.

Lernpausen-Gestaltung-Tipps-Mymorize

Das wichtigste zum Schluss: Du hast nun ein voll ausreichendes Wissen darüber, wie Du Pausen nutzen kannst, um Dich optimal vorzubereiten. Nutze es. Wende es an. Es wird Dir am Anfang, solltest Du nicht eh schon diese Pausengestaltung befolgen, schwer fallen, konsequent durchzuhalten. So geht es aber allen anderen auch. Wenn Du Dich aber daran gewöhnt hast, wird es wie selbstverständlich für Dich. Also gib Dir die Chance!