Speedreading

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Bestimmt hast Du den Begriff Speed Reading schonmal gehört. Es gibt Leute, die selbst große Bücher innerhalb weniger Stunden verschlingen und dabei absurde Lesegeschwindigkeiten erreichen. Es gibt zahlreiche Apps und Online-Kurse, die versprechen Dich mithilfe bestimmter Techniken ebenso schnell lesen zu lassen. Das klingt natürlich verlockend – Fachbücher und wissenschaftliche Artikel machen einen großen Teil des Studiums aus und auch im Psychologie Aufnahmetest geht es um Textverständnis unter Zeitdruck. Doch was steckt wirklich dahinter? In diesem Artikel besprechen wir, wieso Speed Reading vielleicht nicht ganz so großartig ist, wie es zuerst erscheint. Außerdem wirst Du einige Tipps und Methoden zur Hand bekommen, mit denen Du tatsächlich effektiver Lesen kannst.

Lesegeschwindigkeit versus Verständnisrate

Zuerst soll ein in der Speed Reading Community häufig vertretener Irrglaube aufgeklärt werden: Die aktuelle Forschung ist sich einig, dass, die Lesegeschwindigkeit ab einer gewissen Grenze, nur auf Kosten des Textverständnis erhöht werden kann. Man geht von einem „gesunden Limit“ von circa 600 Wörtern pro Minute aus. Dabei liegt die durchschnittliche Lesegeschwindigkeit von Studenten zwischen 200 bis 300 Wörtern pro Minute. Alles darüber hinaus ist bei guter Verständnisrate kaum erreichbar und deswegen auch nicht erstrebenswert. Sämtliche Techniken, die darauf abzielen die Lesegeschwindigkeiten immer weiter zu steigern, sollten also kritisch betrachtet werden. Wir sollten uns eher darauf konzentrieren, Inhalte besser zu verstehen und schnell Zusammenhänge zu erkennen.

Weiterhin stellt sich natürlich die Frage, welche Texte überhaupt lesenswert sind. Oft wird uns im Psychologie Studium eine lange Liste an Literatur zur Vorbereitung mitgegeben. Realistisch betrachtet, können wir aber vieles davon aussortieren oder nur überfliegen, so sparen wir uns schon im Vorhinein eine Menge wertvoller Zeit und Energie.

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Techniken und Strategien für mehr Textverständnis

 PQ4R-Methode (Preview-Question-Read-Reflect-Recite-Review): PQ4R ist eine Lesemethode, die dazu entwickelt wurde das Verständnis von Fachliteratur zu erhöhen und sich Inhalte besser einprägen zu können. Sie gilt seit Jahrzehnten als der „goldene Standard“.

  • Preview: Überfliege den Text kurz um ein grobes Gefühl für den Inhalt zu entwickeln. Welche Wörter oder Überschriften stechen besonders hervor?
  • Question: Stelle Dir nun Fragen zum Text. Das Ziel ist Deine Motivation zu steigern und Dein Interesse zu erhöhen. Was könnte der Autor mit dem Text beabsichtigt haben? Wieso ist genau dieses Wort hervorgehoben? Wie bringt mich der Inhalt dieses Texts weiter?
  • Read: Lese den Text nun aufmerksam durch.
  • Reflect: Reflektiere den Text, den Du gerade gelesen hast. Was habe ich Neues gelernt? Was war vielleicht unerwartet?
  • Recite: Versuche den Inhalt des Textes nun möglichst detailliert wiederzugeben.
  • Review: Wenige Stunden nachdem Du einen wichtigen Inhalt zum ersten Mal gelernt hast, sollte er nochmals wiederholt werden um ihn auch langfristig im Gedächtnis zu behalten.

Diese Art zu lesen könnte sich für Dich jetzt erstmal sehr mühsam anhören. Aber sei dir bewusst, dass Du sie mit ein wenig Übung automatisch übernehmen kannst und Du dadurch nicht jeden Text vielfach durcharbeiten musst.

Mit dem Finger mitgehen: Versuche beim Lesen eines Textes mit dem Finger mitzugehen. So bist Du mehr bei der Sache und kannst leichter Ablenkung vermeiden.

Leseroutine einrichten: Mache es Dir zur Gewohnheit regelmäßig zu Lesen, am besten täglich. So kannst du eine Routine daraus machen und musst Dich nicht jedes Mal von neuem aufraffen. Meist ist es an den Tagen 10 bis 15 am schwersten die Routine aufrechtzuerhalten. Wenn Du diese Phase allerdings überstehst, wird es sich schon bald selbstverständlich anfühlen.

Subvokalisation nicht vermeiden: Die meisten Menschen sprechen beim Lesen eines Texts still in ihren Gedanken mit. Dieses Phänomen nennt man Subvokalisation und wird von vielen Speed-Reading-Ratgebern als Hindernis für hohe Lesegeschwindigkeiten erklärt. Da es beim Lesen aber nicht um Geschwindigkeit, sondern um Verständnis geht, raten wissenschaftliche Untersuchungen dazu Subvokalisation nicht zu unterdrücken.

Sei Dir dessen bewusst, dass das erlernen neuer Routinen Anstrengung benötigt, sich diese langfristig jedoch auszahlt. Genau umgekehrt ist es bei Süchten: diese zahlen sich langfristig nicht aus, sind jedoch leicht zu erlernen. Versuche die Techniken im Aufnahmetest und Psychologie Studium gut gebrauchen. Viel Erfolg! Halte die Augen offen nach weiteren spannenden Artikeln rund um das Thema „Effektives Lernen“. In der Psychologie Aufnahmetest Testsimulation kannst Du überprüfen, wie effektiv Deine Lernmethode ist.

Literaturverzeichnis:

  1. Macalister J. (2010). Speed reading courses and their effects on reading authentic texts: A preliminary investigation. Reading in a foreign language, 22(1), p.104-116.
  2. Radach R., Kennedy A., Rayner K. (2004). Eye movements and informational processing during reading. New York: Psychology Press.
  3. Rayner K., Schotter E., Masson M., Potter M., Treiman R. (2016). So much to read, so little time: How do we read, and can speed reading help?. Psychological Science in the Public Interest, 17(1), p.4-34.
  4. Thomas E., Robinson A. (1972). Improving reading in every class. Boston: Allyn and Bacon.